Krise = Abenteuer

eine Krise ist ein Abenteuer, das man ablehnt

... sagt Bertrand Piccard in seinem Buch "Die richtige Flughöhe:

Wie wir Ballast abwerfen und ein besseres Leben führen können"


Abenteuerdefinition lt. Wikipedia: Es geht um das Verlassen des gewohnten Umfeldes und des sozialen Netzwerkes, um etwas Wagnishaltiges zu unternehmen, das interessant, faszinierend oder auch gefährlich zu sein verspricht und bei dem der Ausgang ungewiss ist.

Kann man dies auch so sehen, wenn man unfreiwillig in eine Krise (sprich Abenteuer) gerät? Wenn man keinen Adrenalinkick suchte? Krisen gibt es deren viele: Unaushaltbar grosse bis hin zu den kleinen täglichen Krisen an der roten Ampel oder im Stau. Ob Beziehungskrisen, Jobkrisen, gesellschaftliche oder finanzielle Krisen. Sind dies alles Abenteuer, denen man sich stellen sollte? Um womöglich daran sogar noch zu wachsen? Klingt fatalistisch. Oder?

Eine Krise, die man ablehnt bleibt eine krise ...

Dieser Aussage schliesse ich mich an. Denn dann, wenn wir eine Krise erkennen, uns damit auseinandersetzen, dem Warum, dem Woher und dem Wozu, lehnen wir sie nicht einfach ab, sondern können lernen und nach Lösungen, Verhaltensänderungen oder Massnahmen suchen. Gerade

die Fragen "Wozu?" oder "Wofür?" sind spannend ...


Nicht immer finden wir Lösungen im positiv-entwickelnden Sinne - oft gibt's nur "akzeptieren" und ertragen weil nicht änderbar oder abschliessen, neue, andere Wege gehen. Und hier beginnt dann wiederum das "Abenteuer"! Piccard nennt dies "Flughöhe ändern, sich in andere Winde begeben". Hierzu braucht es Mut und die Überwindung von Angst vor Ungewissheiten. In seinem Sternstunde-Interview vom 10.05.2020 bringt er dies supergut rüber. Es lohnt, sich diesen Beitrag anzuschauen.

Dass es oft abenteuerlich ist sich beruflich neu zu orientieren, weil man es "krisenbedingt" muss, z.B. nach einem Burnout oder weil der Rücken nicht mehr mitmacht oder der Computer den Job künftig besser kann als du, kenne ich bestens. Als Jobcoach der Invalidenversicherung begleitete ich viele Krisenbetroffene durch - und aus Krisen. Erst wenn der Coachee die Krise nicht mehr ablehnt, sondern akzeptiert und künftige Möglichkeit als interessantes Wagnis sieht, gelingt die Lösung. Dann heisst oft hinterher: "Gut, ist alles so gekommen - ohne Krise hätte ich's nicht getan". 

Dass dies nicht nur bei krisenbedingten, erzwungenen beruflichen Neuorientierung so ist, sondern in den meisten Krisen, egal welcher Art und Grösse, erachte ich für eine wichtige Einsicht. Deshalb: Flughöhe ändern ...


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