Willst Du oder möchtest Du bloss?

Ich habe hier gezeichnet wobei ich mich habe selbst erwischen lassen: MÖCHTEN oder WOLLEN ...


... ja, aber = eigentlich nein?!

... hm, vielleicht, mal sehen?!

... möchten oder wollen?


Wenn du nicht entscheidest, tun es andere für Dich.


Haben wir heute noch Zeit für JEIN? Zeit für möchten statt wollen? Zeit für warten statt tun? Die Zeit läuft. Immer schneller. Wenn wir nicht entscheiden, tun es andere. Und wir haben dann Grund zum Klagen!

Früher hiess mittelfristig 10 bis 20 Jahre und langfristig war lebenslänglich, bis zur Pensionierung - unendlich eben. Spätestens seit der Interneterei, Smartphones, WhatsApp und Social Medias bedeutet mittelfristig drei, maximal fünf Jahre und langfristig heisst … «???»!

Zum Abwarten, Aussitzen, Nichtentscheiden und dem typischen JEIN haben wir eigentlich keine Zeit mehr. Eigentlich! Da kommt’s schon wieder, das Eigentlich. Dies und das JEIN hält alles offen, benötigt kein Kommitment, ist (vermeintlich) ungefährlich. Man ist schliesslich fein raus!


Vermeintlich heisst für mich: Andere entscheiden. Andere übernehmen mit  JA:NEIN Führung und Verantwortung. Du gibst die Entscheidungsverantwortung durch Nichtkommitment ab. Bequem und risikolos wenn der Entscheid sich als falsch herausstellt. Doch es gibt dann auch keine Lorbeeren, wenn’s nutzvoll war.  Ausser, Du bist geschmeidig als Trittbrettfahrer/in und hängst Dich erfolgreichen Entscheidern an. Kann gehen, ist aber nicht selbstwertfördernd.

Ich weiss, es gibt viele Gründe für JEIN. Z.B. das Abwarten bis sich’s von selbst erledigt hat (Aussitzen) oder nicht mehr relevant ist, oder sich lieber andere die Finger verbrennen oder es eventuell besser werden könnte. Das JEIN ist bei uns häufig anzutreffen. Andernorts oft weniger, da dominiert dann das JA oder NEIN, was auch arrogant und dominierend rüberkommen kann und auf JEIN-Sager eher unsympathisch wirkt. In den USA "wird gemacht" und Scheitern ist keine Schande, sondern lernen und Erfahrungen sammeln um es besser zu machen.


Konjunktivunverbindlich

Das Konjunktiv bezeichnet man auch als die Möglichkeitsform. Als "es könnte ja sein ..."

Man hofft und glaubt, aber man weiss es nicht, man ist nicht so ganz sicher ...


So habe ich dies erst jetzt wieder in der Bewerbung einer Klientin gefunden. Weil sie die Stelle will und weiss, dass sie kann was gesucht ist, lässt sie nun das "Würde" weg und schreibt "ich freue mich"...!  

Sage JA oder NEIN. Sag ich kann, wenn Du kannst. Wenn Du es (noch) nicht kannst, lerne es, hole Dir Hilfe oder sage NEIN. Aber nicht, alle Optionen offenhaltend, JEIN. Sage, dass Du Dich ehrlich freust oder wenn Du etwas nicht willst oder kannst - dann sage es und tue es nicht trotzdem. 


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Kommentare: 1
  • #1

    Simone (Freitag, 25 November 2022 18:46)

    Ich glaube ja, wir haben für gewisse Entscheidungen noch Zeit. Manchmal kann eine Fehlentscheidung schlimme Folgen haben und es wäre bessere gewesen abzuwarten und dem Kopf Zeit zu geben noch etwas umfangreicher nachzudenken: mit Herz!! (Bsp. Mobilmachung Putin) ich bin froh hat er noch nicht entschieden Atomwaffen einzusetzen und bleibt mit seinen Drohungen noch beim Jein!!!
    ….Und wenn sie nicht zurückschreiben habe ich mich vergebens gefreut…mit dem „ich freue mich“ nehme ich mir heraus, dass sie sicher zurückschreiben. Dies zu entscheiden ist aber Sache des Empfängers. Deshalb finde ich deine Sichtweise nich einfach nur richtig, obwohl ich gut verstehe was du meinst!
    Liebe Gruess! Lächel