VOM SCHWELBRAND ZUM BURN-OUT


Wie lange braucht ein schwelendes Feuer bis zum Entflammen und zum Vollbrand? Hängt u.a. ab von der Brennbarkeit des Materials, vom Ort und von Wind und Wetter. Schwelbrand = Hitze, Rauch, Gestank und toxische Gase (CO wegen Sauerstoffmangel). Es glimmt, aber es brennt noch nicht.


toxisches klima = burn-on

Ein neues “Krankheitsbild” (ungelistet). Die Phase vor dem Burn-out. Quasi „Alarmstufe rot".  Jede Klientin, jeder Coachee, nach durchlittener Erschöpfungsdepression (Burn-out), konnte mir vom vorhergehenden "Schwelbrand" berichten - mal mehr, mal weniger. Wobei diese Phasen zeitlich höchst unterschiedlich waren - von Wochen bis hin zu mehreren Jahren. 

Das Burn-on, der Schwelbrand, bedeutet meist schwindende Leistungsfähigkeit (wird durch Mehrarbeit kompensiert) und Dauerstress. Stete Überforderung, Mobbing, fehlende Wertschätzung sind häufige Ursachen. Und oft ist es nicht die Arbeit alleine, sondern Druck auch im familiären und privaten Umfeld. Selbstüberschätzte Resilienz, "Nichtneinsagen" und Machen rund um die Uhr (Kopf runter und durch) hält dann den Schwelbrand in Gang.

 


Psychische Folgen u.a.: Vom Leben erschöpft, ausgelaugt, leer, freud- und spasslos und negative Sinnfragen Tag und Nacht. Aber: Noch nicht krankPsychosomatische Folgen u.a.: Migräne, Schweissausbrüche, Erschöpfung, Schlafmanko, Ängste und leider nicht selten Flucht in eine Sucht (Alkohol, Medikamente bis hin zum Koks) .

 

Doch, es geht ja noch! Vielleicht wird es besser? Vielleicht hört es ja auf?

 

löschen bevor es brennt


Feuer braucht Sauerstoff - schwelt es und kommt Luft dazu, geht's erst richtig los! Ich habe oft erlebt, dass ein Burn-out dann eintrat, wenn Luft dazu kam, nämlich dann, wenn jemand "an die frische Luft gesetzt" wurde (sprich entlassen). Oft löste auch ein kopflüftender Urlaub den Brand aus, weil keine Flucht ins Hamsterrad möglich war.

Das Umfeld war schuld, "Nicht-merken-wollen", Scham, auf Besserung hoffen, notorische Selbstüberschätzung - viele Klientinnen und Klienten sprachen "danach" darüber. Danach! Nach dem Burn-out.

Was den Schwelbrand löschen kann: Reden! Kollegen + Kolleginnen, Partner, Vorgesetzte können helfen oder Hilfe bieten, wenn sie realisieren, dass da etwas am kokeln ist. Nicht psychologisieren, denn dafür gibt es Profis die helfen können, die Katastrophe zu verhindern.

Konflikte klären, Zeitmanagement und organisatorische Massnahmen angehen und optimieren, Lob und Anerkennung (von anderen und auch für sich selbst) tun gut und sind hilfreich. Oder schlicht: NEIN sagen! 


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